Häufige Fragen rund um Simulation im Klinik- / Krankenhausbereich

Alles Wichtige über die Analyse und Optimierung von Prozessen im Krankenhaus bzw. Healthcare-Umfeld

Hier finden Sie Antworten rund um Simulation im Gesundheitswesen, von den Grundlagen über typische Einsatzbereiche in Notaufnahme, OP und Logistik bis zum Ablauf eines Projekts mit SimPlan. Ist Ihre Frage nicht dabei, erreichen Sie uns unter info@simplan.de.

Überblick zu den Teilbereichen der FAQs

Einstieg und Grundlagen

Was ist Krankenhaussimulation und wofür wird sie eingesetzt?

Simulation bildet Abläufe und Materialflüsse im Krankenhaus virtuell ab. Damit lassen sich Szenarien durchspielen, ohne den laufenden Betrieb zu stören oder Patienten zu gefährden.

Welche Vorteile bietet die Simulation gegenüber klassischer, statischer Planung?

Statische Kapazitätsberechnungen stoßen an Grenzen, wenn Prozesse voneinander abhängen, etwa wenn Wartezeiten in der Notaufnahme von der gleichzeitigen Belegung der Elektivambulanzen abhängen. Simulation bildet diese Abhängigkeiten dynamisch ab und deckt Planungsfehler frühzeitig auf, bevor eine Korrektur teuer wird.

Wie hilft Simulation bei der Planung von Patientenflüssen?

Modelle bilden Patientenpfade, Personal und Raumkapazitäten ab, zeigen Engpässe auf und ermöglichen Szenario-Tests ohne Betriebsunterbrechung.

Für welche Einrichtungen eignet sich Krankenhaussimulation?

Für Kliniken, Krankenhäuser und spezialisierte Einrichtungen wie Psychiatrien, überall dort, wo Patienten, Personal und Räume zusammenspielen.

Warum wird in Krankenhäusern trotz großer Vorteile bisher eher wenig simuliert?

Laut SimPlan-Vorstand Harry Kestenbaum (zum Linkedin Profil) liegt das am hochregulierten, stark personenzentrierten Umfeld: Sicherheit und der Patient stehen zu Recht an erster Stelle, Simulation wird eher mit Kostenoptimierung assoziiert. Kostendruck, Fachkräftemangel und demografischer Wandel zwingen aber zunehmend zu Automatisierung und Digitalisierung, deren Auswirkungen sich vorab am besten simulieren lassen.

Anwendungsbereiche

Bei welchen Bau- und Umbauvorhaben unterstützt Simulation?

Bei Neubau- und Umbauplanungen lässt sich am Modell prüfen, ob die geplante Anzahl an Betten, Behandlungsräumen und Personal zum erwarteten Patientenaufkommen passt, wie beim Neubau des Zentralklinikums Lörrach.

Hilft Simulation bei der Personal- und Ressourcenplanung?

Simulationsmodelle zeigen exakt, wie sich die Arbeitsbelastung über Schichten und Stationen verteilt und wo Personalengpässe entstehen. So können Sie Schichtplanung optimieren, unnötige Überbesetzung vermeiden und Mitarbeiter gezielt einsetzen – mit messbarem Effekt auf Kosten und Mitarbeiterzufriedenheit.

Eignet sich Simulation auch für psychiatrische oder andere Spezialbereiche?

Ja, die Auswirkungen veränderter Behandlungsangebote oder Belegungsstrukturen auf Therapiepläne lassen sich modellieren.

Kann Simulation auch flexible Bettenkapazitäten zwischen Stationen abbilden?

Ja. Statt Betten fest einer Station zuzuordnen, lässt sich modellieren, wie Kapazitäten je nach Bedarf zwischen Abteilungen verschoben werden, ähnlich variablen Business- und Economy-Bereichen im Flugzeug. Dabei muss sichergestellt bleiben, dass alle Stationen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausreichend Betten behalten.

Wie unterstützt Simulation die Notaufnahme und Elektivambulanzen?

Wartezeiten, Behandlungsräume und Personaleinsatz lassen sich gegeneinander abwägen, bevor sie im laufenden Betrieb zum Problem werden.

Kann Simulation auch für interne Logistik im Krankenhaus eingesetzt werden?

Ja. Automatisierte Transportsysteme für Essen, Wäsche, Material und Post lassen sich vor der Investition auf ihre Leistungsfähigkeit prüfen, ebenso manuelle und fahrerlose Logistikkonzepte.

Was ist Notfallmanagement und wie hilft Simulation?

Notfallmanagement bereitet Krankenhäuser auf Krisensituationen vor: Pandemien, Großschadensereignisse oder Evakuierungen. Mit Simulation können Sie diese kritischen Szenarien durchspielen und Ihre Pläne validieren – ohne echte Patienten zu gefährden. So identifizieren Sie Engpässe und Ressourcenengpässe, bevor der Ernstfall eintritt.

Werden auch teure Untersuchungsressourcen wie CT oder Ultraschall simuliert?

Ja. Simulation zeigt, ob sich solche Geräte als geteilte Ressource für mehrere Abteilungen eignen und ob der damit verbundene Patiententransport innerhalb des Hauses vertretbar bleibt oder zu einer dauerhaften Belastung wird.

Kann auch die Evakuierung eines Krankenhauses simuliert werden?

Ja, das ist möglich, in Deutschland bislang aber eher eine Seltenheit. Besonders komplex ist dabei, dass neben gehfähigen auch liegende und versorgungsabhängige Patienten berücksichtigt werden müssen.

Methodik und Ablauf eines Projekts

Wie läuft ein Simulationsprojekt im Krankenhaus ab?

Reale Grundrisse, Patientenpfade, Prozesszeiten und Raumbelegung fließen in ein dynamisches Modell ein. Regelmäßige Koordinationstermine mit Fachpersonal aus der Klinik prüfen die Annahmen, bevor Szenarien durchgespielt werden.

Kann man Krankenhaussimulation selbst ausprobieren?

SimPlan stellt gemeinsam mit der ENDERA-Gruppe kostenlose, idealisierte Modelle für eine Zentrale Notaufnahme und ein Elektivzentrum bereit. Parameter lassen sich anpassen, die Auswirkungen auf Raumauslastung und Personal direkt beobachten.

Welche Datenquellen nutzt SimPlan für ein Simulationsprojekt?

Meist das Krankenhausinformationssystem (KIS), da dort aus Dokumentations-, Nachweis- und Abrechnungsgründen viele Daten vorliegen. Diese sind allerdings auf Abrechnung ausgelegt und nicht immer in der Granularität vorhanden, die eine Prozesssimulation braucht, etwa bei der genauen Definition und Bandbreite der OP-Naht-Schnitt-Zeit. Eine vorgelagerte Datenanalyse gehört daher fest zum Projekt.

Mit welcher Software arbeitet SimPlan bei Krankenhausprojekten?

Je nach Anforderung unter anderem mit AnyLogic, AutoMod, Plant Simulation oder Simul8.

Welche Daten werden für eine Simulation benötigt?

Unter anderem Kontaktzahlen, medizinische Anforderungen und Sprechstundenzeiten. Diese fließen als Minimal-, Maximal- und Zufallsverteilungen ein, nicht als starre Mittelwerte, damit Schwankungen im echten Betrieb abgebildet werden.

Sollte man ein Krankenhaus-Simulationsprojekt eher groß oder klein angehen?

Wir raten dazu, klein zu starten, etwa mit der Anzahl benötigter Triageräume in der Notaufnahme als Kernfrage. Daraus ergeben sich meist automatisch Folgefragen, etwa zum Abfluss auf die Stationen. Einzelne Modelle lassen sich später zusammenführen, etwa sobald das Logistikkonzept ansteht. Budget und Datenbasis bleiben so beherrschbar und schnelle erste Ergebnisse überzeugen auch anfangs skeptische Beteiligte.

Wie geht SimPlan mit den Mitarbeitenden im Projekt um?

Simulation im Krankenhaus ist laut unseren Projektmitarbeitern vor allem „Peoples Business“: Prozessbeteiligte werden aktiv eingebunden, da bestehende Abläufe vertraut sind und Veränderungen zunächst Skepsis auslösen können. Ein wesentlicher Teil der Projektarbeit ist deshalb Moderation, um sich gemeinsam auf eine praktikable Lösung festzulegen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Simulation und einem Digital Twin im Krankenhaus?

Ein Digital Twin entsteht, wenn einzelne Modelle (Notaufnahme, OP, Logistik) integriert werden und das ganze Krankenhaus abbilden. So können Sie Optimierungen in einem Bereich sehen und ihre Auswirkungen auf andere Bereiche verstehen – ganzheitliche Planung statt Teiloptimierung.

Wird das Patientenerlebnis in der Simulation berücksichtigt?

Das Thema gewinnt definitiv an Bedeutung: Wartezeiten und Abläufe wirken sich zunehmend auf die Wahrnehmung von Krankenhäusern aus, auch über Bewertungsportale. Simulation zeigt zum Beispiel, wie sich Personal flexibler einsetzen lässt, um Wartezeiten zu senken, ohne die sichere Versorgung aus dem Blick zu verlieren.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz aktuell in der Krankenhaussimulation?

Branchenweit wird KI vor allem zur Vorhersage von Patientenaufkommen und zur Steuerung von Notaufnahmen diskutiert. Im SimPlan-Podcast spricht Harry Kestenbaum davon, dass einzelne Simulations-Softwarehersteller bereits spezielle, vorbereitete Versionen für den Healthcare-Bereich anbieten.

Warum bleibt Kapazitätsplanung trotz Digitalisierung ein Thema?

Fachkräftemangel und demografischer Wandel erhöhen den Druck, vorhandene Kapazitäten präzise zu planen, bevor in Fläche oder Personal investiert wird. Das Projektbeispiel Lörrach zeigt das am Beispiel einer unterbesetzten Anmeldung statt eines Flächenproblems.

Warum wird das vorhandene technologische Potenzial im Gesundheitswesen bisher wenig genutzt?

Die Simulationstechnologie ist bereits so weit wie in Produktion und Logistik, einzelne Softwarehersteller bieten sogar eigene Healthcare-Versionen mit vorbereiteten Bausteinen an. Genutzt wird sie trotzdem noch zurückhaltend, unter anderem wegen der hohen Regulierung und vieler Interessengruppen im Krankenhausumfeld.

Was sind Ihre Fragen zu Simulation oder anderen Themen?